Naturwissenschaften sind das Kapital der Industrienationen

Rhön-Gymnasium Bad Neustadt - Fachbereiche Biologie - Chemie - NuT

NEU: Augenpräparation unter Biologie! - Unsere Schulhunde sind jetzt zertifiziert! - Lehrvideos unter Lernstoff! - grüne Buttons beachten!

Abb.1 Ein Schweineauge vor der Präparation

„Sinnesleistungen - Sehen als Leistung von Sinnesorgan und Gehirn; Beeinträchtigungen des Sehvermögens ".
So lautet der Eintrag im Lehrplan der neunten Jahrgangsstufe zum Thema "Auge".
Und endlich ist das einmal ein Thema mit dem man die Schülerinnen und Schüler Jahrgangsstufe  relativ leicht "packen" kann.

Man muss nur eine ganze Menge Schweineaugen besorgen, das nötige Werkzeug bereit stellen, und schon kann es los gehen.
Es ist kaum zu glauben, was man bei einer Präparation eines Schweineauges alles lernen kann. Neben vielen anatomischen Untersuchungen ergeben sich auch Möglichkeiten für physiologische Experimente.
So kann man seine physikalischen Kenntnisse zur Eigenschaft und Beeinflussung von Licht nutzen um die Funktion der Linse zu untersuchen.
Man kann das Umkehrbild eines Gegenstandes, zum Beispiel einer Kerze, auf der Netzhaut des Schweineauges erzeugen und sogar sichtbar machen.
Schnell weicht bei solchen Möglichkeiten der anfängliche Ekel der wissenschaftlichen Neugier.
Und dennoch sind sich immer alle Teilnehmer bewusst, dass sie hier mit Teilen von Lebewesen experimentieren und behandeln das Material mit dem nötigen Respekt.

Bei der Präparation wurden auch die handwerklichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler unter Beweis gestellt. Denn gleich zu Beginn der Präparation mussten sie in die kräftige und gleichzeitig elastische Lederhaut ein „Fenster“ schneiden (Abb. 2). Die Lederhaut, als enorm zähe Schutzhaut, ist mit einem Skalpell kaum zu durchdringen. Nur mit gleichzeitigem vorsichtigen, aber auch kräftigem Schneiden konnte die äußerste Schicht durchgeschnitten werden, ohne den innen liegenden Glaskörper zu zerstören.

Nach dem Zerteilen des Auges (Abb. 3: Schülerinnen bei der Arbeit) konnte am hinteren Ende der blinde Fleck eindeutig identifiziert werden. Hier tritt der Sehnerv aus dem Auge heraus und es finden sich daher keine Sehnervenzellen an dieser Stelle. Der Sehnerv hat an dieser Stelle ungefähr einen Durchmesser von 2-3 mm.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich gegen Ende der Präparation die Leistung der Linse. Durch das Auflegen auf ein Blattpapier wurde ersichtlich, wie stark sie im Normalzustand vergrößern kann (siehe Abb. 4).

Diese drei Augenbestandteile sollen nur einen Ausschnitt geben, welches besondere Lernerlebnis das Arbeiten am Realobjekt ist.



Franziska Huttner

Präparation von Schweineaugen - igitt?

Impressionen aus dem Biologieunterricht der neunten Jahrgangsstufe

Abb.2 Ein erster Blick durch ein Fenster in der

Lederhaut

Abb.3 Schülerinnen bei der Präparation

Abb.4 Vergrößerung eines Textes durch die Augenlinse